Zoigl

Themen: Der Zoigl, Hausbrauer, Zoigl-Präsentation in Deutsch, Echter Zoigl vom Kommunbrauer, Der Zoigl-Stern

 

Der Zoigl

Der Zoigl ist ein untergäriges Bier, das nach althergebrachter Weise gebraut wird. In der offenen Sudpfanne über einem Holzfeuer wird die Maische – ein Gemisch aus Wasser und Gerstenmalz – zuerst gekocht, dann gehopft und so als „Würze“ noch einmal erhitzt. Dieser Sud kommt nun in große Behälter in den Keller, wo die Hefe Ihre Arbeit verrichtet. Nach etwa 10 Tagen Gärungszeit wird das Zoiglbier in die Fässer abgefüllt, in denen es noch mehrere Wochen ausreifen muss.

Obwohl immer das gleiche Brauverfahren angewendet wird, schmeckt  jeder Zoigl anders, denn jeder Brauer hat sein eigenes Rezept, nach dem das Verhältnis der Zutaten bestimmt wird. Doch sogar bei ein und demselben Zoiglwirt kann es von mal zu mal Unterschiede geben. Lassen Sie sich überraschen!

Gebraut wird der Zoigl in den Kommunbrauhäusern Eslarn, Falkenberg, Mitterteich, Neuhaus und Windischeschenbach, welche von den „Brauenden Bürgern“  finanziert und erhalten werden. Dafür muss jedes Mitglied in diesem vereinsähnlichen Zusammenschluß das sog. „Kesselgeld“, eine Art Mitgliedsbeitrag, zahlen.

Das Zoiglbraurecht wurde in den Gemeinden zu unterschiedlichen Zeiten vergeben.

  • Neuhaus im Jahr 1415
  • Windischeschenbach im Jahr 1455
  • Falkenberg im Jahr 1467
  • Mitterteich im Jahr 1516 und
  • Eslarn im Jahr 1522

Damals erhielten alle Hausbesitzer das Recht, selbst zu brauen und auszuschenken. Das Braurecht bleibt stets fest mit Haus und Grundstück verbunden, und um brauen und schenken zu dürfen, muss es auch heute noch im Grundbuch eingetragen sein.

 

Die Hausbrauer

Sie sind definitiv eine tragende Säule für den Fortbestand des „echten Zoigls“. Eine lebendige Gemeinschaft, tief verwurzelt, aus der letztendlich die Zoiglwirte hervorgingen.

Eslarn,
84 brauberechtigte Anwesen.
Aktive Hausbrauer (die in den letzten Jahren noch gebraut haben) sind 54 Personen, darunter sind aber auch welche, die ohne Braurecht brauen oder Auswärtige (z.B. aus Moosbach, Schönsee und Waidhaus).

Falkenberg
26 aktive Hausbrauer
90 ruhende Hausbraurechte

Neuhaus
9 aktive Hausbrauer
10 ruhende Hausbraurechte

Mitterteich
Zwischen den 1. und 2. Weltkrieg gab es in Mitterteich bis zu 70 Hausbrauer.
Nach dem 2. Weltkrieg (um 1950) bis zu 50 Hausbrauer. Aktuell: 12 Hausbrauer die im Kommunbrauhaus brauen.

Windischeschenbach
0 aktive Hausbrauer
30 ruhende Hausbraurechte

(Stand: 03.08.2017)

 

Präsentation zum Zoigl von Christian Müller

Deutsche Version

 

 

Wer sind die “Echten Kommunbrauer“ der Oberpfalz?

Die Zoigl-Brauer aus Eslarn (1), Falkenberg (2), Mitterteich (3), Windischeschenbach (10) und Neuhaus (6). In diesen Orten wird seit dem 14. bzw. 15. Jahrhundert durch alle Höhen und Tiefen der Zeit, Zoiglbier in einem Kommunbrauhaus gebraut und zwar als Produkt einer Gemeinschaft brauender Bürger. Diese Bürgervereinigung unterhält gemeinsam ein Brauhaus und ist aus der Geschichte heraus durch ein von dem damaligen Landesherrn verliehenes Brau- und Schankrecht dazu legitimiert.

Wie sie alle wissen, wird in den letzen Jahren unser Zoigl verstärkt kopiert und in „Zoiglstuben“ aller Art ausgeschenkt, die teils – nichts mehr mit der ursprünglichen Idee des Zoiglbieres zu tun haben.

Bei allem Respekt vor der unternehmerischen Initiative selbsternannter Zoiglwirtschaften wollen wir unsere Ursprünglichkeit und Tradition durch ein gemeinsames Markenzeichen betonen. Dieses so genannte „Zoigllogo“ ist neben seiner Funktion als Aushängeschild für uns „Echte Kommunbrauer und Zoiglwirte“ auch ein selbst auferlegtes Qualitätssiegel.

Auflage für das Zoigllogo ist:

Der Zoigl muss nach althergebrachter Weise im Kommunbrauhaus gebraut worden sein und das Anwesen/Zoiglstube/Gaststätte, wo der Zoigl ausgeschenkt wird, muss sich im Ort des Kommunbrauhauses befinden.

Der Besucher unserer Häuser darf versichert sein, dass hier:

Gute Qualität, gute Brotzeiten, gute Atmosphäre und gute Unterhaltung, zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis groß geschrieben werden.

Am Zoigl sitzt man in gemütlicher Atmosphäre zusammen. Jung und alt, Unternehmer und Arbeiter, sogar die Politik findet hier neutralen Boden.

Der echte Zoigl (auch Kommunbier genannt) ist ein untergäriges, ungefiltertes und nicht behandeltes Bier, das in Kommunbrauhäusern (noch mit Holzfeuerung), nach dem Bayrischen Reinheitsgebot hergestellt wird. Verwendet wird hierzu nur der beste Hopfen, Malz, Wasser und Hefe. Ausgeschenkt wird er dann ungefiltert, direkt vom Lagertank.

Bedingt durch die Holzfeuerung, das offene Kühlschiff, die Hopfenzugabe, die Lagerzeit und die eigene Rezeptur, wird ein echter Zoigl auch immer etwas anders schmecken.

 

Zoiglstern

 

Zoigl-Stern2

Entstehung und Bedeutung des „Zoiglsterns“

Da die Zoiglstuben von außen nicht als solche zu erkennen waren – meistens dienten als Gaststuben die privaten Wohnräume – brachte der Wirt als Zeichen dafür, dass es bei ihm Zoigl zu kaufen gibt, von Ort zu Ort unterschiedlich entweder einen Buschen von Sträuchern, einen Besen oder den sogenannten „Bierzeigel“, außen gut sichtbar, an seinem Haus an. Jeder im Ort und auch Durchreisende wussten damit, dass es hier frisches Bier und hausgemachte Brotzeiten gab. Dieser Brauch wird auch heute noch praktiziert und ist fester Bestandteil der jeweiligen Ortsansicht.

Der Zoiglstern besteht aus zwei ineinandergeschobenen gleichseitigen Dreiecken, wobei eine Spitze nach oben, eine nach unten zeigt. Den insgesamt sechs Ecken werden verschiedene beim Zoiglbrauen benötigte „Stoffe“ zugeordnet. Ein Dreieck symbolisiert die Elemente Feuer, Erde und Luft, das andere steht für die im Mittelalter bekannten Zutaten Wasser, Malz und Hopfen. Da die Hefe und ihre Wirkung bei der Gärung damals noch nicht bekannt waren, kommt sie auch in der Symbolik des Zoiglsterns nicht vor. Der Stern, ein Hexagramm, ähnelt dem Davidsstern der Juden, ist aber völlig unabhängig von diesem als Zeichen des Bieres und des Zoiglbrauwesens zu betrachten und hat auch keinerlei historischen Bezug dazu.

Der Zoiglstern war auch Zeichen dafür, dass der Wirt das Braurecht nach dem geltenden Braurecht besaß. Denn nur Brauberechtigte durften den Stern als Kennzeichen verwenden.

 

Historie:

Zentrales Symbol in den Tantras, dem tantrischen Hinduismus und Buddhismus. Hinweise auf 700 v. Chr. bis 800 v. Chr. datiert.

Zeichen der Alchemie: Die überlappenden Dreiecke symbolisieren im Mittelalter die Elemente

Seit dem 15 Jhd. Zunftzeichen der Brauer und Mälzer: Der so genannte Brauerstern.

Erst ab dem 17. Jahrhundert ist es als jüdisches Emblem zu finden – Der Davidsstern als offizielles Symbol für die Gemeinde.

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